Überzeugungen

Davon ist überzeugt, wer im Schweigekreis steht …

– Die Kraft eines Schweigekreises liegt in der WAHRHEIT  des Schweigens. Sie ist das unsichtbare aber spürbare Signal, das die Schweigenden im Kreis genauso wie die Passanten_innen in Frage stellt.  Die ‚Qualität‘ des Schweigens liegt (auch)  in seiner Dauer. Weniger als eine halbe Stunde (30 Minuten) – so die Erfahrungen – beeinträchtigen seine Wirksamkeit.

– Zur direkten Aktion des Schweigekreises – gehören erklärende Dokumente (Plakate, Plakatständer, Informationsfolder, Info-Karten etc.)  im näheren Umfeld des Ereignisses und Personen, die ausserhalb des Schweigekreises auf Nachfrage Erklärungen dazu abgeben können. Das Schweigen selbst, sollte dadurch nicht beeinträchtigt sein.

– Das Schweigen und das Hören gemeinsam, verbinden uns in unserer Menschlichkeit. Gleich in welcher politischen, wirtschaftlichen, weltanschaulichen Situation wir uns vorfinden mögen – Schweigen und Hören halten uns in Gemeinschaft mit ALLEN Menschen.

– Das Schweigen ist von einem ‚Glauben‘ beseelt – und es ist gleich welcher Art jemandes Glaube ist wie auch, ob jemand sich als gläubig oder nicht-gläubig versteht. Wir sind überzeugt, dass ALLE Menschen durch ein und dieselbe Menschlichkeit – wie durch ein unsichtbares Band – verbunden sind. Und wir wollen, dass dass diese Menschlichkeit überall und jederzeit SO respektiert wird, wie wir einander hier und jetzt respektieren.

– Das „Schweigen für Frieden“ baut auf der Kraft der Gewaltfreiheit.  Sie verlangt von allen im Schweigekreis, sich in einer Weise zu verhalten und zu reden, die jene, deren Wahl, Entscheidungen oder Taten wir bekämpfen – als Menschen respektieren und achten, so wie wir uns untereinander achten und respektieren.

– Das ist eine Frage des Zusammenhaltes für jede_n von uns und sollte die Zahl der Mit-Schweigenden vermehren, die Zahl jener erhöhen, die auf diese Weise mitkämpfen, um die Verschloßenheiten jeglicher Art aufzubrechen.

– Je konkreter zu Beginn des Schweigens, Hinweise auf dessen demonstrativen Inhalt des Schweigens gegeben werden (Themen, Namen, Orte, Personen, Petitionen, Appelle, Aufrufe etc.) wird das den Teilnehmer_innen helfen,  die Kraft und Klarheit zu konkretisieren, die jede_r von ihnen im gelebten, gemeinsamen Schweigen gefunden haben.

Diese Überzeugungen haben jene zum Vorbild, die aus den Erfahrungen der ersten Schweigekreise (cercle du silence) gewonnen worden sind. Die Schweigekreise haben im Jahre 2007 in Bordeaux (Frankreich) begonnen und sind vom Franziskanerpater Alain Richard initiiert worden.