Archiv der Kategorie: Allgemein

Sich weigern, passiv zu bleiben

Aus der Protest-Erklärung von Pax Christi International gegen den weltweit in unseren Gesellschaften zunehmenden Antisemitismus vom 4. Juni 2018

(…) „In Erinnerung an Bischof Pierre-Marie Théas (1894–1977) –  Mitbegründer der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi –  will die internationale katholische Friedensbewegung pax christi gegen Antisemitismus protestieren und ruft alle Gläubigen und alle Menschen, die guten Willens sind, dazu auf, sich der Herausforderung des Antisemitismus zu stellen, sich zu weigern, im Angesicht des Bösen passiv zu bleiben oder zu schweigen und nicht selbst zu einer Ursache des Bösen zu werden. Die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi sagt Nein zur sündigen Struktur des Antisemitismus.“ 

Diesen Gedanken stellen wir im „Schweigen für Frieden“
am Montag, 4. Juni 2018 (18h – 18.30h, Bregenz, Kornmarktplatz)
in den Mittelpunkt – dem Motto entsprechend:
Schweige und höre – neige Deines Herzens 
Ohr – suche den Frieden!

 

 

Das Arbeiten für den Frieden tut allen gut

„Jede_r von uns kann konkret Nein zur Gewalt sagen, soweit das von ihm oder ihr abhängt! Denn die Siege, die man durch Gewalt erringt, sind falsche Siege, während das Arbeiten für den Frieden allen gut tut!“

Das monatliche Treffen zum halbstündigen  „Schweigen für Frieden“ auf dem Bregenzer Kornmarkt (18h – 18.30h) ist eine Form des schweigenfuerfrieden_PK2018„Arbeitens für den Frieden, der allen gut tut.“ Die persönlichen Bemühungen um eine friedliche Welt im Großen wie im Kleinen sind in diesen Tagen unverzichtbar. Wer im Schweigekreis steht, weiss und will sagen, dass das GEMEINWOHL stets VORRANG haben soll.

Die aktive Gewaltfreiheit ist für den persönlichen wie für den öffentlichen und/oder politischen Einsatz von hohem Wert. Gewaltfreies Handeln ist der Königsweg zu einer Gesellschaft, die weiss „das Frieden nicht alles ist aber auch, dass ohne Frieden alles nichts ist (Willy Brandt).

Die Einladung in den Schweigekreis, zum Mit- und Nachdenken und zum persönlichen, sozialen und politischen Handeln auf dem Weg zu einem gerechten Frieden, kennt keine weltanschaulichen, politischen und religiöse oder andere Grenzen. Es ist – in erster Linie – eine Frage der Menschlichkeit aus der Überzeugung heraus, dass wir „anständig zusammen leben können“ (H. Geissler) und dafür Verantwortung übernehmen.

Nächster Treffpunkt:
Montag, 4. Juni 2018, 18h – 18.30 h – Bregenz, Kornmarkt

Gedanken des Friedens denken

Es war dunkel, es war sehr windig und es war kalt. Und es war der erste Abend in neuen Jahr 2018, Neujahrsabend. Und es war „Internationaler katholischer Friedenstag“, seit 51 Jahren am 1. Jänner vom Papst ausgerufen. Eine Dame mittleren Alters stand bereits auf dem Kornmarktplatz. „Man hat es bei der Messe in der Herz-Jesu-Kirche angesagt“, deshalb sei sie hier. Nach und nach sieht man Frauen und Männer auf dem Platz ankommen. Sie begrüssen einander, man stellt sich vor und eine gewisse Erwartung liegt in der Luft. Sie bleibt, auch wenn heftiger, kalter Südwind über den Kornmarktplatz pfeift.

fullsizeoutput_2f15Es ist ziemlich schwierig, den ganzen, sehr grossen Kreis der schweigenden Menschen abzubilden. So sieht man hier auf dem Foto eben nur ein Viertel derer, die 30 Minuten ohne ein Wort zu gebrauchen als Demonstranten_innen für weltweit friedliches und gewaltfreies Miteinander einstehen.

Fast ‚ideale‘ Bedingungen für ein Zeichen, das auf diese Weise sagen könnte, dass der Friede unabhängig von Wind und Wetter als starke Sehnsucht unter den Menschen da ist. Und die Sehnsucht nach dem Frieden – ob im Grossen oder Kleinen kann man einfach vernachlässigen – ist immer schon wie ein Auftakt, ein Anfang, ein Neubeginn inmitten der Gesellschaft da. Als Erinnerung an die reale Möglichkeit eines friedvollen Zusammentuns, Zusammenlassens und Zusammenseins.

Aus dem ganzen Land – von Bürs bis Bregenz – waren die fast 30 Leute – einige Passanten_innen stellten sich etwa eine Viertelstunde in den Kreis, suchten dann verständlicherweise das Warme  🙂) – zusammen gekommen, um – jeder auf seine Art und Weise – dem bleibenden Motto der Demonstration Gestalt zu verleihen: „Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr – suche den Frieden.“

Das SCHWEIGEN FÜR FRIEDEN findet auch 2018 jeweils am 1. Montag eines jeden Monats auf dem Bregenzer Kornmarkt statt. Der kommende Termin fällt auf den 5. Februar 2018 – die Einladung gilt. Mehr darauf auf der Projekthomepage.

Spezieller Jahresauftakt für 2018

Version 2Alles Gute im neuen Jahr 2018.  Ihr seid alle herzlich zu einem Jahresauftakt der besonderen Art eingeladen.

Wir sind morgen, am Montag, 1. Jänner 2018 – das ist der Abend des NEUJAHRSTAGES – wieder auf dem Bregenzer Kornmarktplatz für 30 Minuten versammelt im SCHWEIGEN FÜR FRIEDEN.

Wer sich ins Schweigen wagt, erfährt auch dort die Kraft der Erinnerung. „Alles was gestern war, wird man vergessen haben; was heute ist, nicht sehen; was morgen kommt, nicht fürchten. Man wird vergessen haben, dass man den Krieg verloren, vergessen haben, dass man ihn begonnen, vergessen, dass man ihn geführt hat. DARUM WIRD ER NICHT AUFHÖREN“ sagt der Nörgler in Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit. Das Vergessen hält die Spirale der Gewalt in Bewegung, und das tut uns nicht gut. Die Erinnerung hingegen unterbricht sie und wer es wagt, sich einzubringen, wird neue Chancen für sich, die anderen und die ganze Gesellschaft erfahren. Das MOTTO: SCHWEIGE UND HÖRE, NEIGE DEINES HERZENS OHR – SUCHE DEN FRIEDEN.

Herzliche Einladung zum „Schweigen für Frieden“
Montag, 1.  Januar 2018 (Neujahr), 18h – 18.30 h
Bregenz, Kornmarkt


„SCHWEIGE UND HÖRE, NEIGE DEINES HERZENS OHR, SUCHE DEN FRIEDEN.“
(Benedikt von Nursia)

Zum „Schweigen für Frieden laden wir jede und jeden ein, gleich welcher Weltanschauung, politischen Richtung, Sprache oder Religion er/sie sich zugehörig fühlt. Wer sich in den Schweigekreis stellt, anerkennt die nachstehend angeführten vier Komponenten der Aktion.

Wo: Bregenz, Kornmarkt
Wann:  Jeden 1. Montag im Monat

Der Schweigekreis beginnt pünktlich um 18 Uhr. Man versammelt sich fünf (5) Minuten vorher im Kreis (ab 17.55h). Um genau 18 Uhr wird die Schweigezeit mit einem Gongschlag eröffnet. Sie wird 30 Minuten später auf die gleiche Weise beschlossen. Die – polizeilich angemeldete – gewaltfreie Demonstration endet um 18.30 Uhr.
Wozu das Ganze?
Mit jedem Tag, der vergeht, wird deutlicher, dass der Friede auf der Welt nur schwer durchkommt. Es braucht die stete Erinnerung daran, dass Frieden auf dem Weg der Gewaltfreiheit möglich ist. Das heißt, es ist von Bedeutung, dass es diese Bewegung der Erinnerung an die Handlungsmöglichkeit des Frieden, der sozialen Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung gibt. Menschen also, die in ihrem Denken und sozialen Handeln klar und deutlich werden lassen, dass sie auf der Seite der Menschenrechte, der Humanität, der Demokratie für diese Möglichkeit einstehen.
Ein persönliches Zeichen!
Das „Schweigen für Frieden“ geschieht in einem Kreis. Die Teilnehmer_innen halten (nach Möglichkeit) eine brennende Kerze in der Hand. Wer sich in den Kreis stellt, möchte in seinem Schweigen ein persönliches Zeugnis ablegen. Es geschieht im bewußten Bekenntnis zum Gewaltverzicht, für die Gewaltfreiheit als ein Weg zum Frieden in Gerechtigkeit, für Menschenrecht und Demokratie als Grundlage einer menschenwürdigen Friedenspolitik.
Die einzelnen Teilnehmer_innen sind mit diesen vier Grundsätzen einverstanden:
  • Wir stehen gegen den Krieg: Menschen werden millionenfach getötet und zu sinnlosen Opfern gemacht
  • Wir stehen gegen Waffen: Ihre Herstellung (auch in Österreich), ihr Verkauf und der Handel mit ihnen, bringt Tod, Leid und Not mit sich.
  • Wir stehen für soziale Gerechtigkeit: „Teilen statt töten“ (F. Hengsbach)
  • Wir stehen für Gewaltfreiheit: Sie ist der Königsweg zum Frieden in Gerechtigkei und einer damit Verbundenen Haltung des Respektes der  Schöpfung gegenüber.
Verantwortlich für das Schweigen für Frieden sind Walter Buder und Johannes Heil (beide Bregenz)

___________________________

 

Montag, 3. April 2017, 18 Uhr

„Von der Kriegslogik zu einer Friedenskultur – unser Weg“

regenbogen_2cm_reli.de„Schweigen für Frieden“ macht sich das Thema des kommenden Internationale Bodensee-Friedensweges zu eigen. Die „Logik des Krieges“ – mehr oder weniger gut verschleiert – beherrscht das Leben und Treiben unserer Gesellschaften. Aber es gibt auch starke Bewegung in Richtung der Entfaltung einer Kultur des Friedens. Darum geht es beim „Schweigen für Frieden“ in erster Linie: Menschenrechte, lebendige Demokratie und – vor allem – Mitmenschlichkeit und sozial gerechtes Miteinander. Unser Weg ist bei allem die aktive Gewaltfreiheit. Die Einladung in den Schweigekreis ergeht an alle Menschen, die über alle Weltanschauungen und ideologische Grenzen hinweg, guten Willens sind.

„Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr und suche den Frieden“
Montag, 3. April 2017, 18 Uhr
Bregenz, Kornmarkt

 

 

 

„Frieden ist eine Notwendigkeit…“

Frieden wendet Not – deswegen ist ohne Frieden alles nichts, auch wenn der Frieden allein nicht alles ist. Das „Schweigen für Frieden“ im Monat März 2017 hat diese Gedanken zu Hintgergrund. Und es ist ein Zeichen des Willens vieler, Schritt für Schritt den Frieden zu realisieren.

„Frieden ist keine Utopie, Frieden ist eine Notwendigkeit. Wenn wir keinen Frieden haben, dann haben wir Kriege. Schauen Sie sich die Kriege an, in Afghanistan, im Irak, in Libyen, in Syrien und so weiter. Kriege sind zerstörerisch, Kriege töten Millionen von Menschen. (…)  Es gibt Millionen von Menschen, die vom Krieg traumatisiert sind. Deshalb, wenn Krieg rm_juergen_graesslinnicht beendet wird und wenn Frieden nicht kommt, dann wird die Welt zerstört.

Wir brauchen die Utopie des Friedens, wir müssen die Utopie des Friedens Schritt für Schritt in die Tat umsetzen. Schritt für Schritt bedeutet, dass man keine Schalter umlegen kann und dann wird die Welt ein besserer Ort, sondern wir brauchen viele Menschen, die für Frieden arbeiten, die für Gerechtigkeit arbeiten, für eine ökologisch intakte Welt und das, was wir tun müssen, ist ein großes Netzwerk in der ganzen Welt aufzubauen. (…)  Utopie sollte nicht nur eine Idee von Leuten sein, die ganz weit weg ist, wo wir sagen, wir können gar nichts machen, sondern Utopie muss in die Tat umgesetzt werden, Utopie muss Realität werden.“

Aus einem Interview mit Jürgen Grässlin anlässlich der Konferenz zur Utopie in der Monastero del Bene Comune in Sezano bei Verona, Italien im Oktober 2016. Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.    _ Foto: Homepage Grässlin